Ein Team aus Agenten teilt sich die Arbeit eines Büros

Shop, Texte, drei Social-Kanäle. In einem kleinen Betrieb hängt das an Personen: eine kümmert sich um Bestellungen, eine schreibt, eine postet. Wenn eine Person ausfällt oder das Volumen steigt, gerät das Ganze ins Stocken. Wir haben für einen solchen Betrieb einen anderen Aufbau gebaut: drei Agenten, die sich dieselben Aufgaben teilen, koordiniert über einen gemeinsamen Produktbestand.
Was läuft
Der Produktbestand gleicht sich alle 20 Minuten ab. Damit arbeiten alle drei Agenten auf demselben Stand: Der Shop-Agent weiss, welche Produkte verfügbar sind, bevor er eine Bestellung bearbeitet. Der Text-Agent weiss es, bevor er einen Produkttext schreibt. Die Kanal-Agenten wissen es, bevor sie einen Beitrag planen.
Jeder Agent hat einen eigenen Zuständigkeitsbereich und spricht nicht direkt mit den anderen. Die Koordination läuft über den Bestand, nicht über Nachrichten zwischen Agenten. Das klingt unspektakulär. Es ist aber der Grund, warum das System stabil läuft: wer nicht redet, redet auch nicht aneinander vorbei.
Der Schritt von der Bestellmail zum Auftrag
Eine Bestellmail kommt an. Das klingt einfach. Die Realität: Eine einzige Mail brachte beim ersten Test neun Bilder mit. Nicht Produktfotos, sondern die Bilder aus der E-Mail-Signatur und dem Logo der Absenderin. Dazu ein PDF, der eigentliche Auftrag.
Der Agent, der die Mail las, bekam also zehn Anhänge. Ohne eine Regel, die das unterscheidet, hätte er neun Bilder als Belege behandelt und das eine PDF übersehen oder umgekehrt.
Die Lösung war kein intelligenter Schritt des Modells. Es ist eine explizite Regel im Ablauf: Anhänge mit dem MIME-Typ image/* aus einer Signaturzone werden verworfen. PDF-Anhänge gehen an den Auftragsleser. Diese Unterscheidung stand nicht im ersten Entwurf. Sie kam, weil der erste echte Test gezeigt hat, was eine Mail wirklich mitbringt.
Was die Kanal-Agenten früh kaputt machten
Die drei Kanal-Agenten, zuständig für je einen Social-Kanal, bekamen denselben Auftrag: wähle ein Produkt und erstelle einen Beitrag dafür. Ohne Gedächtnis, ohne gemeinsame Liste.
Das Ergebnis nach einer Woche: dasselbe Produkt auf allen drei Kanälen, mehrfach. Nicht weil das Modell keine anderen Produkte kannte. Sondern weil das Modell bei der Auswahl immer wieder auf das auffälligste Produkt im Bestand zeigte: das mit dem besten Bild, dem längsten Text, dem höchsten Preis. Die Bitte um Abwechslung stand im Prompt. Aber eine Bitte an ein Modell ohne Gedächtnis ist keine Regel, sie ist eine Hoffnung.
Die Lösung: eine kleine Tabelle, die vor jeder Auswahl gelesen wird. Darin steht, welches Produkt wann zuletzt auf welchem Kanal erschienen ist. Der Agent liest die Tabelle, schreibt die Tabelle, und entscheidet danach. Nicht auf Basis des auffälligsten Produkts, sondern auf Basis dessen, was noch nicht dran war.
Das ist der Unterschied zwischen einer Bitte im Prompt und einer Regel im Ablauf.
Was offen bleibt
Das Blog-Migrations-Playbook, mit dem der Inhalt des alten Shops übertragen wurde, hat eine eigene Geschichte: was beim Übertragen von Produkttexten verloren geht, wenn das alte System Felder anders benennt als das neue. Das gehört in einen eigenen Beitrag.
Drei Agenten, die denselben Bestand lesen und je eine Aufgabe haben, sind stabiler als ein Agent, der alles können soll. Ob das in Ihrer Branche genauso aussieht, hängt davon ab, wo bei Ihnen die Aufgaben heute an einzelnen Personen hängen.
Was in Ihrem Fall zu tun ist, hängt von Ihrem Fall ab. Fragen Sie Karl, unseren KI-Assistenten. Er antwortet sofort, und wenn es weitergeht, übernimmt ein Mensch.
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